Zukunftsmusik

Die Musik der Zukunft ist immer die Musik der Gegenwart. Selbst wenn sie noch seltsam klingen mag. So sind auch Zukunftsvisionen immer streng in der Gegenwart verhaftet.

Die Zukunft von früher

Der Mensch lebt noch immer nicht auf dem Mond, zur Jahrtausendwende begannen die Autos nicht zu schweben und Beamen ist auch noch keine Transportoption. Wie drollig mutet heute mitunter an, was man sich in der Vergangenheit als die Zukunft vorgestellt hat. Ein kluger und imaginativer Kopf wie der von Jules Verne war häufig relativ nah an der Entwicklung, aber womöglich war das auch Zufall. Science Fiction-Autoren wie Stanislaw Lem, Isaac Asimov oder insbesondere Philip K. Dick gelten noch heute als besonders hellsichtig und waren mitunter selber Wissenschaftler und oder aber Inspirationsquellen für die Wissenschaft.

Man kann sie mitunter als Zukunftsforscher betrachten – und der Zweig der Futurologie existiert tatsächlich. Sieht man sich nun aber in der Zukunft spielende Filme aus den sechziger Jahren an, so ist es zum Teil eher niedlich, was man dort als Zukunft präsentiert bekommt. Man denke nur an Raumschiff Enterprise, oder, noch viel stärker: Raumpatrouille Orion. Das wird niemals stattfinden. Doch kann man diejenigen, welche diese uns aus heutiger Sicht eher naiv erscheinenden Vorstellungen wirklich der Unseriosität zeihen? Mit Hinblick auf die Zukunftsvorstellungen wohl zum Teil schon. Andererseits haben sie ästhetisch und inhaltlich offenbar etwas richtig gemacht. Speziell Raumschiff Enterprise ist nicht aus der Popkultur wegzudenken und kann im Prinzip als Gemeingut betrachtet werden.

Irgendwo zwischen unfreiwilliger Komik und unorthodoxer Coolness oszillieren die Charaktere und die Aufmachungen. Grade der Futurismus der sechziger Jahre wird gerne aufgegriffen und war somit in einer Hinsicht visionär, die so gar nicht vorgesehen war. Denn was man sich in den Sechzigern zum Beispiel unter dem Jahre 2010 vorgestellt hat, war natürlich etwas ganz anderes als unsere heutige Realität. Man ist ja doch immer an seine Erkenntnismuster gebunden, die einem Einsichten und Vorstellungen ermöglichen. Viel eher als an Internet, Handys oder eine virtuelle Telefonanlage dachte man an Laserwaffen und Raumschiffe. Klar, es war mitten im Kalten Krieg, die USA und die UdSSR lieferten sich Wettrennen auf den Gebieten der Rüstung und der Raumfahrt, und heimlich träumte man sicherlich auch von Kolonien im All. Vielleicht nicht in der nahen Zukunft. Eher im Jahre 2010.

Die Rückkehr der Zukunft

All dies hat sich noch nicht eingestellt, und wir greifen im grassierenden Retrokult, der wohl mit dem Fünfziger-Revival, das in den achtziger Jahren begann, zugleich auf die Zukunftsvisionen verschiedener vergangener Jahrzehnte zurück. Werbekalender und Kaffeetassen werden in retrofuturistischen Stilen gestaltet, Ball-Chairs hängen in Boutiquen, konjugiert wird im Retrofutur – die Zukunft kommt zurück.

Der Beitrag wurde am Mittwoch, den 19. Mai 2010 um 18:10 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
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